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| Häufig ist die erste Reaktion auf diesen Vorschlag: Ich bin doch nicht verrückt! Viele Menschen denken bei dem Wort Psychotherapie an die Behandlung einer Geisteskrankheit und scheuen verständlicherweise davor zurück, diese Art von Hilfe in Anspruch zu nehmen. Außerdem herrscht in unserer Gesellschaft das Bild vor, dass man Probleme allein bewältigen können muß. Unabhängig davon, dass nur wenige Menschen, die eine Psychotherapie machen, wirklich geisteskrank sind, geht es bei Krebs nicht einmal darum, die Kindheit oder Probleme aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Bei Krebs spricht man von supportiver (unterstützender) Psychotherapie. Es geht um die Bewältigung der derzeitigen Situation. Frühere Probleme interessieren nur insoweit wie sie in der heutige Situation noch als belastend erlebt werden. Alles darf angesprochen werden, das den Betroffenen auf der Seele liegt. Und es wird nach Lösungen gesucht, um zusätzliche Belastungen so weit wie möglich aus dem Leben zu entfernen. Das Gespräch ist die hauptsächliche Methode, die bei der supportiven Psychotherapie zum Einsatz kommt. Psychotherapeuten, die sich außerhalb der gängigen Psychotherapieverfahren speziell für die Betreuung von Krebspatienten weiter gebildet haben, wenden oft auch sogenannte Außenseitermethoden an. Für manche eher klassisch orientierte Psychoonkologen gehört das Training des recht bekannten Arztes Carl Simonton aus den USA dazu. Das Bochumer Gesundheitstraining wurde zwar an der Universität Bochum entwickelt, wird aber auch häufig nicht anerkannt. Noch ausgeprägter sind natürlich die Meinungen bezüglich der Familienaufstellungen nach Bert Hellinger. Prof. Grossarth-Maticek kommt eigentlich aus den Reihen der klassischen Wissenschaftler, aber seine umfangreichen und jahrzehntelangen Forschungen zu dem Thema Persönlichkeitsmerkmale und die Entstehung schwerer Krankheiten insbesondere Krebs werden von Kollegen geradezu angefeindet. Entsprechen schwer findet sein Autonomietraining für Krebspatienten öffentliche Verbreitung. An der Fachhochschule Hildesheim wurde das Hildesheimer Gesundheitstraining entwickelt, das u.a. mit NLP (Neurolinguistischer Programmierung) arbeitet. Ziel aller dieser Verfahren ist es, den Patienten sehr praktische Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung an die Hand zu geben. Belastende Lebensumstände sollen bewusst gemacht werden und es wird angeregt, diese zu verändern. Außerdem geht es darum, Methoden, Maßnahmen und Aktivitäten zu finden, die Freude ins Leben bringen. Nur wer Freude empfinden kann und Ziele hat, die das Leben mit Sinn erfüllen, hat einen Grund für sein Leben zu kämpfen. Nicht nur der Körper muss gestärkt werden, um mit der Krise Krebs umgehen zu können, sondern auch die Seele. Über die oben genannten psychotherapeutischen Maßnahmen im engeren Sinne hinaus, zählen manche Therapeuten auch Aktivitäten wie therapeutisches Tanzen (z.B. Biodanza) oder Malen, das Erlernen von Visualisierungstechniken, Qigong oder TaiChi und einiges mehr dazu. Sport ist auch eine gute Form der gesundheitsförderlichen Aktivität. Vielen Menschen ist nicht klar, dass sie dabei nicht nur für ihren Körper etwas Gutes tun, sondern auch für ihre Seele. |
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